Halszysten

Was ist eine Halszyste?

Halszysten, beziehungsweise Halsfisteln, sind angeborene Fehler bei der Ausbildung der Innereien des Halses. Man unterscheidet zwischen den medialen Halszysten und den branchiogenen.

Bei der medialen Halszyste verschieben sich, während der Wanderung der Schilddrüse vom Zungengrund zu Ihrem endgültigen Platz im unteren Teil des Halses, mehrere Gewebeelemente der Umgebung. Die dafür vorgesehen Wege können unter Umständen blockiert sein oder nicht ganz frei, sodass sich an „Engpässen“ Gewebeeinlagerungen bilden, die so genannten Halszysten. Entzündet sich eine solche Zyste und bricht durch, spricht man von der Halsfistel.

Die medialen Halszysten bilden sich vorrangig in Höhe des Zungenbeins, da dieses bei der „Wanderung“ der Schilddrüse wohl ein Hindernis darstellt, an dem sich die daraufhin zur Zyste werdenden Gewebe stauen.

Die branchiogenen Halszysten sind ein deutliches Merkmal der Evolution, die die Generationen vor uns durchlebt haben. Im Embryonenstadium, zwischen der 4. und 8. Woche der Schwangerschaft, bildet der menschliche Körper Kiemenbögen, die sich in der Regel mit fortschreitender Entwicklung zurückbilden und Teil des Halses werden. Geschieht dies nicht vollständig, bleiben Gänge oder Hohlräume zurück, die sich oftmals entzünden. Besteht eine Hautöffnung der branchiogenen Halszyste, wird Sie vom Namen her zur Halsfistel und verliert oftmals ein milchiges Sekret. Existiert keine Hautöffnung, ist -meistens schon im frühen Kindesalter- mit einer Entzündung zu rechnen, die sich als prall gefüllte Beule darstellt.

Symptome von Halszysten

Beide Halszysten bereiten in der Regel keine großen Schmerzen oder Beschwerden, da Sie an der Außenseite des Halses liegen und so weder beim Schlucken noch beim Atmen behindern. Entzünden sich die Zysten allerdings, kann es zu schmerzhaften eitrigen Abszessen kommen, die unbedingt behandelt werden müssen, da sie sonst auch das umliegende Gewebe des Halses mit befallen könnten. Die prall-elastische Schwellung ist das auffälligste Symptom der medialen Halszyste. Bei der branchiogenen Zyste, sind neben den Schwellungen oftmals auch Öffnungen am Hals, sowie an Kiefer und Wangen erkennbar.

 

Diagnose

Die Diagnosestellung ist in der Regel durch Augenscheinnahme oder Abtasten möglich. Zur exakten Bestimmung der Zysten- oder Fistelart, können auch bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Hier schlägt die Stunde der Halssonographie und bei bedarf der weiterführenden, bildgebenden Verfahren wie Computertomogrpahie oder Kernspintomographie.

Therapie

Selbst, wenn es noch nicht zu einer Entzündung gekommen ist, werden sowohl mediale als auch branchiogene Zysten operativ entfernt, um eine Folgeerkrankung auszuschließen. Auch aus ästhetischen Gesichtspunkten empfiehlt sich diese Operation, die in der Regel mit guten Heilungschancen verbunden ist. In geübten Händen handelt es sich um einen kleinen Schnitt, der aus kosmetischen Gründen in einer Hautfalte versteckt wird. Je nach Größe der Zyste beträgt der Krankenhausaufenthalt 3-4 Tage.

 

 

 

Das Ohr

Unser Ohr ist ein hoch entwickeltes Sinnesorgan dessen Leistung nicht hoch genug einzuschätzen ist. Das Ohr ist das wichtigste Lernorgan, das wir haben. Wenn sie sich vielleicht in ihre Schulzeit zurück erinnern, dann fällt ihnen bestimmt ein, dass die Dinge, die sie sich laut vorgesagt haben besser haften geblieben sind als diejenigen, die sie nur wiederholt gelesen haben. Ohne unsere Ohren könnten wir auch nicht hören, wir wären in der Kommunikation mit unseren Mitmenschen enorm eingeschränkt und würden uns isolieren. Das beobachten wir immer wieder bei älteren Menschen, die mit der Zeit immer schlechter Hören.

Das Ohr beherbergt jedoch noch einen weiteres Sinnesorgan: Unser Gleichgewichtsorgan. Dieses ermöglicht uns die Orientierung im Raum. Fällt es aus, geht es im wahrsten Sinne des Wortes „rund“. Die Betroffenen leiden unter einem sehr starken Drehschwindel.

Begeben sie sich mit mir auf eine Reise durch das Ohr.

Unser Ohr gliedert sich in drei Abschnitte. Alle drei Abschnitte sind anatomisch voneinander getrennt und haben jeder für sich eigene Krankheiten.

Zum äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang, sowie die „Hälfte“ des Trommelfells. Das Mittelohr ist ein mächtiger Verstärker und gleidert sich in die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel), die Paukenhöhle und die Ohrtrompete (Eustach´sche Röhre). Das Innenohr ist komplett in einen Knochen eingebettet. Zu ihm zählen das Gleichgewichtsorgan und die Hörschnecke (Cochlea) – unser Analog-Digitalwandler.

Das menschliche Ohr

Ohr Anatomie
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Das äußere Ohr

Zum äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang. Die Ohrmuschel besteht überwiegend aus elastischem Knorpel. Das Ohrläppchen ist hingegen knorpelfrei. Die Ohrmuschel endet am äußeren Gehörgang und hat die Funktion eines Trichters. Wir sammeln mit unserer Ohrmuschel alle Töne unserer Umwelt. Durch die klassische Trichterform werden bevorzugt die Schallquellen von vorn herausgefiltert. .
Der äußere Gehörgang ist 3 bis 3,5 cm lang und besteht aus Knorpel und Knochen. Die Haut des äußeren Gehörganges ist sehr sensibel und sehr schmerzempfindlich. Manche Unverbesserlichen empfinden sogar eine Art Befriedigung bei der Manipulation mit Wattestäbchen. Die Hauptfunktion des äußeren Gehörganges ist die Reinigung von Schmutzpartikeln und der Schutz vor Infektionen. Besonders der Ohrenschmalz mit seiner antibakteriellen und antimykotischen Wirkung trägt zur Schutzfunktion bei.

Das Mittelohr

Das Trommelfell liegt am Ende des Gehörganges und grenzt den äußeren Gehörgang gegen die Paukenhöhle ab. Es besteht größtenteils aus Bindegewebe und ist hauchdünn. Es besteht aus maximal 3 feinen Lagen. Die Membran des Trommelfells wird durch die auftreffenden Schallwellen in Schwingungen versetzt und überträgt diese ins Mittelohr.

Im Mittelohr liegen die kleinsten und härtesten Knochen des Menschen. Kein anderer Knochen ist so stabil wie unserer Gehörknöchelchen. Aussehens und Funktion gaben ihnen ihre Namen: Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes). Sie geben den ankommenden Schall weiter ins Innenohr.

Der Steigbügel ist das letzte Gehörknöchelchen in Richtung Innenohr. Seine Fußplatte mündet in das so genannte ovale Fenster, welches das flüssigkeitsgefüllte Innenohr vom luftgefüllten Mittelohr trennt.

Die Natur hat sich natürlich bei dieser Anordnung etwas gedacht: Das Mittelohr verstärkt allein durch dessen Aufbau den ankommenden Schall um das Zweiundzwanzigfache (!!!). Nur so ist es möglich den ankommenden Schall nahezu verlustfrei ins Innenohr weiterzugeben.

Wird die Gehörknöchelchenkette zerstört, kommt es zu einer hochgradigen Verminderung des Hörvermögens um etwa 40-50 dB.

Die ebenfalls zum Mittelohr zugehörige Ohrtrompete (Tube, Eustachische Röhre) verbindet das Mittelohr mit dem Rachenraum und dient dem Druckausgleich, beispielsweise beim Fliegen und Tauchen.

Das Innenohr

Das Innenohr ist komplett in das Felsenbein eingebettet und besteht aus einem komplizierten System von flüssigkeitsgefüllten Schläuchen und kleinsten Sinneszellen. Es ist ein Analog – Digitalwandler. Das heißt die ankommenden Schallwellen werden in elektrische Impules umgewandelt und über den Hörnerv an unser Gehirn weitergegeben. Damit das Schlauchsystem nicht zu viel Platz wegnimmt wurde es zu einer Schnecke aufgewickelt. Insgesamt hat die Hörschnecke eine Länge von ungefähr 3,5 bis 4 cm. Insgesamt sind 25000 !!! Sinneszellen in unserer Hörschnecke verbaut.

Das Gleichgewichtsorgan

Das Gleichgewichtsorgan ist das älteste Sinnesorgan des Menschen und direkt mit dem Innenohr, der so genannten Hörschnecke verbunden. Es besteht im groben aus fünf Bestandteilen- den drei Bogengängen, dem Sacculus und dem Utriculus.

3 Bogengänge, die auch als „Cupulaorgane“ bezeichnet werden. Die Bögengänge sind für die Registrierung von Drehbewegungen verantwortlich. Sie sind in die drei Ebenen des Raumes angeordnet und unterteilen sich in einen vorderen, hinteren und seitlichen Bogengang.

Sacculus. Der Sacculus registriert die Veränderungen in der vertikalen Ebene, wie wir sie beim Liftfahren für das Auf und Ab benötigen.

Utriculus. Der Utriculus ist für Registrierung der horizontalen Bewegung zuständig. Er meldet also dem Gehirn, ob wir uns vor oder zurück bewegen.

Der Fachmann bezeichnet den Utriculus und den Sacculus als „Maculaorgane“.

Im Utriculus und Sacculus finden sich Nervenzellen, die in eine gallertartige Masse münden und den so genannten „Otolithen“. Die Otolithen sind feine Kristalle aus Kalziumkarbonat und erhöhen die Dichte der gallertartigen Membran.

Das Gleichgewichtsorgan besteht aus einem knöchernen und einem häutigen Anteil. Das knöcherne Labyrinth umhüllt das häutige Labyrinth. Man kann sich dies ungefähr wie einen langen, schmalen, geformten Luftballon in einem knöchernen Kanal vorstellen. Als hätte ein Clown drei zusammenhängende Röhren geformt.

Der Ballon selbst und der Raum zwischen dem Knochen und dem „Ballon“ sind mit zwei verschiedenen Flüssigkeiten gefüllt.

Die Flüssigkeit im äußeren Raum nennt man „Perilymphe“ und die Flüssigkeit im „Ballon“ wird als „Endolymphe“ bezeichnet.

 

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Morbus Menière und Lagerungsschwindel

Patienten die unter einem Morbus Menière leiden scheinen auch anfällig gegenüber eines Lagerungsschwindels zu sein. Oft verkennt der behandelnde Arzt die richtungweisende Symptome und so kann es schon mal sein, dass ein Lagerungsschwindel übersehen wird.

Die Menièresche Krankheit ist durch wiederkehrende, sehr belastende Drehschwindel – Anfälle gekennzeichnet. Sie geht einher mit einer Hörstörung im Tieftonbereich und einem meist tieffrequenten Tinnitus.

Im Gegensatz zum Lagerungsschwindel ist die Menière – Attacke nicht innerhalb von Sekunden, bzw. innerhalb einer Minute beendet. Der Drehschwindel beim Morbus Menière kann schon mal mehrere Stunden andauern.

Bei Morbus Menière auch mal an einen Lagerungsschwindel denken!

Gelegentlich kommt es vor, dass sich auch bei Menière – Patienten der Zustand verschlechtert und die Betroffenen über einen verstärkten Drehschwindel bei Kopfbewegungen berichten.

Das allein auf den Menière zurück zu führen liegt nahe, aber man sollte in diesen Fällen auch mal an einen gutartigen Lagerungsschwindel denken.

Die Untersuchung ist schnell durchgeführt und sollte diese wirklich einen Lagerungsschwindel  rgeben, so kann man dem Patienten innerhalb von Minuten helfen.

Die richtige Übung verschafft in 80 Prozent der Fälle bereits nach der ersten Behandlung eine deutliche Verbesserung.

Natürlich muss der Patient die Übungen auch zu Hause durchführen. Eine entsprechende Anleitung finden sie auf dieser Seite hier: www.lagerungsschwindel.com

Kloß im Hals

Huch ich hab einen Kloß im Hals

Wer kennt das Gefühl nicht einen Kloß im Hals zu haben. Oft tritt das Kloßgefühl zusammen mit weiteren unspezifischen Symptomen auf. Dazu zählen Schleim im Hals, Kratzen oder sogar Reizhusten. In extremen Fällen können auch immer wieder Halsschmerzen hinzukommen. Diese Symptome können alleine oder gemeinsam bei vielen Erkrankungen auftreten.

Die Kunst besteht darin, die ursächliche Erkrankung zu finden und dann sicher zu bekämpfen. Dem Hals- Nasen- Ohrenarzt stehen viele Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung, die er gezielt einsetzen kann. Oft sind kleine Hinweise des Patienten bereits richtungsweisend.

 

Häufige Ursachen für einen Kloß im Hals

  • Zenker Divertikel
  • Schilddrüsenprobleme
  • extraösophagealer Reflux
  • Septumdeviation
  • Kehlkopfentzündung
  • funktionelle Stimmstörungen
  • Rachenentzündung
  • Probleme mit der Nase und der Nasennebenhöhlen (Septumdeviation, Muschelhyperplasie, akute Sinusitis, chronische Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Allergie
  • Tumore (Kehlkopfkrebs oder sonstige gutartige und bösartige Tumore im Hals und Rachenbereich.
  • Probleme mit der Halswirbelsäule (HWS-Syndrom)
  • Probleme mit dem Kiefergelenk (Craniomandibuläre Dysfunktion)
  • Systemische Erkrankungen

Diagnostik

Bei der Ursachenfindung ist der Sherlock Holmes im Hals- Nasen- Ohrenarzt gefragt. Es gibt kaum eine kniffligere Herausforderung für den Diagnostiker.

Die Diagnostik bei dem Symptom „Kloß im Hals“ ist aufgrund der vielfachen Ursachen recht schwierig. Zunächst erfolgt nach einer ausführlichen Anamnese eine komplette Untersuchung. Hierbei wird sowohl die Nase, als auch der Nasenrachen mit kleinen Endoskopen ausgeleuchtet. Im Mund Rachenbereich wird auf Schleimhautveränderungen geachtet. Auch der Zungenbelag kann ein wichtiges Indiz sein.

Danach wird mit dem Laryngoskop der Kehlkopf endoskopisch untersucht. Um kleinste Veränderungen an den Stimmbändern zu entdecken ist eine so genannte Stroboskopie der Stimmbänder zu empfehlen.

Als weiterführende Untersuchung sollte auf jeden Falle eine sonographische Untersuchung des Halses erfolgen. Bei Problemen in den Nebenhöhlen bringt dann die Computertomographie der Nasennebenhöhlen letztendlich Aufschluss.

Um den Schluckakt zu differenzieren wird ein Röntgenbreischluck durchgeführt. Dabei sieht der Radiologe vor dem Röntgenschirm genau wie der Speisebrei vom Mund in den Magen gelangt. Eventuelle Blockaden oder Divertikel können mit dem Röntgen-Breischluck sicher diagnostiziert werden aber auch Problem mit dem Zwerchfell werden mit dieser Methode sicher augedeckt.

Bei Auffälligkeiten im Mund Rachenbereich kann auch die Anfertigung eines Rachen- oder Zungenabstriches sinnvoll sein. Ein Allergietest kann den behandelnden Arzt auf die richtige Spur bringen.

Verwundernd für den Leser ist der Zusammenhang mit Magensäure. Gerade der stille Reflux kann Ursächlich für alle Symptome sein. Der Experte kennt dies unter dem Fachbegriff „extraösophagealer Reflux“ oder „laryngo-pharyngealer Reflux (LPR)“.

Der Betroffene muss dabei NICHT unter den typischen Symptome des Reflux wie Sodbrennen leiden. Selbst bei einer Magenspiegelung muss man nicht unbedingt etwas sehen! Einen Hinweis auf diese Erkrankung kann der Reflux – Symptom – Index (RSI) geben.

Erforscht wurde er von den Wissenschaftlern Belafsky, Postma und Koufman im Jahr 2002 (Belafsky PC, Postma GN, Koufman JA (2002) Validity and reliability of the reflux symptome index. J Voice 16:274–277)

Es handelt sich hierbei um einen Fagebogen, der von den Betroffenen ausgefüllt wird und einen ziemlich guten Hinweis auf das Vorliegen einen stillen Reflux gibt.

 

Der RSI Index

Wie oft und wie stark traten bei Ihnen die genannten Beschwerden im letzten Monat auf (bitte ankreuzen)?

Problematik            
Heiserkeit und andere Stimmprobleme 0 1 2 3 4 5
Räusperzwang 0 1 2 3 4 5
Schleimbildung im Hals, Rachen oder im Nasnerachenraum 0 1 2 3 4 5
Probleme beim Schlucken von Essen, Flüssigkeiten oder Tabletten 0 1 2 3 4 5
Husten nach dem Essen oder im Liegen 0 1 2 3 4 5
Atmungsprobleme oder das Gefühl von Erstickungsepisoden 0 1 2 3 4 5
Reizhusten 0 1 2 3 4 5
Globusgefühl, Gefühl der Klossbildung im Hals 0 1 2 3 4 5
Sodbrennen, Brustschmerz, Gefühl der aufsteigenden Säure 0 1 2 3 4 5

Sobald die Summe einen Wert  > 13 ergibt, besteht laut den Forschern der Verdacht auf das Vorliegen eines extraösophagealen Reflux. Des weiteren können sie aus der Tabelle auch herauslesen, welche Beschwerden ein Reflux hervorrufen kann. Viele von Ihnen werden die Vielfalt der Beschwerden, die auf ein Magensäureproblem zurückgehen wundern.