Schilddrüsenzyste als Ursache von einseitigen Schluckbeschwerden

Schluckbeschwerden Schilddrüse

Ein Patient kam mit einem einseitigen Fremdkörpergefühl und zum Teil erheblichen Schluckbeschwerden in meine Sprechstunde.

Die Beschwerden bestanden seit Wochen und waren sogar zunehmend. Schmerzen beim Schlucken werden nicht angegeben.

Die allgemeine HNO Untersuchung war unauffällig.  Insbesondere bei der Endoskopie des Kehlkopfs fanden sich keine Auffälligkeiten. Erst bei der Sonographie des Halses fand ich eine ausgedehnte zystische Raumforderung am Interpol der linken Schilddrüse.

Auf Nachfragen gab der Patient auch das Maximum seiner Schluckbeschwerden in diesem Bereich an.

Ich vereinbarte beim Radiologen einen Termin zur szintigraphischen Untersuchung und Punktion der Schilddrüse . Der Radiologe konnte auch eine gewisse Menge eines zähen Sekrets aus der Schilddrüsenzyste entfernen. Leider reichte die abpunktierte Menge nicht aus . Die Beschwerden bestanden weiterhin und in der sonographischen Verlaufskontrolle nach zwei Wochen fand ich weiterhin eine ausgedehnte Schilddrüsenzyste .

Letztendlich stellte ich den Patienten bei einem herausragenden Chirurgen vor, der die Zyste operativ entfernte. Die Beschwerden waren natürlich sofort gemindert. Jedoch rechnet man auch nach einer Schilddrüsenoperation mit gelegentlichen Schluckbeschwerden aufgrund von Narben.

Schluckbeschwerden Schilddrüse

Dem Patienten ist geholfen. Er kann wieder ohne Probleme schlucken. Das Fremdkörpergefühl ist weg. Die Narbe wird man nahezu nicht mehr sehen.

Für die Praxis sollte man sich merken: Auch eine Schilddrüsenzyste kann zu Schluckbeschwerden führen. In vielen Fällen reicht eine Punktion. Ist die Zyste zu groß,  hilft eine Operation.

Mittelohrentzündung bei Kleinkindern und Babys

Mittelohrentzündung bei Kleinkindern und Babys

Die akute Mittelohrentzündung bei Kindern unter zwei Jahren soll nach aktuellen Ergebnissen grundsätzlich antibiotisch behandelt werden. Obwohl man bei älteren Kindern in den letzten Jahren empfohlen hat, zuerst abzuwarten und bei ausbleibender Besserung eine antibiotische Behandlung einzuleiten, so ist dies bei Kindern unter zwei Jahren etwas anders.

Hier empfiehlt „man“ die Antibiotikagabe in jedem Fall bei einer Otitis media.1,2 Der Goldstandard ist und bleibt Amoxicillin. Bei Unverträglichkeit weicht man auf das entsprechende Mittel aus.

Eine Forschergruppe aus den vereinigten Staaten hat nun herausgefunden, dass eine gut gemeinte Antibiotikatherapie über fünf Tage nicht so gut wirkt, wie wenn man das gleiche Antibiotikum über zehn Tage gibt.

Antibiotikum bei Kleinkindern mit Mittelohrentzündung (Otitis media) über 10 Tage?

Man untersuchte zwei Gruppen: die eine Gruppe Kinder erhielt das passende Antibiotikum über fünf Tage, die andere Gruppe über zehn Tage. Dabei fand man heraus, dass die Gruppe, die das Antibiotikum über zehn Tage erhalten haben deutlich besser abgeschnitten hat. Es kam zu deutlich weniger Therapieversagern. Des Weiteren sank auch die Infekthäufigkeit, wenn man bereits die erste Mittelohrentzündung ausreichend lange antibiotisch behandelt hat. In früheren Untersuchungen, sah man das anders und empfahl die Antibiotikagabe über nur fünf Tage.1

30 % der behandelten Kinder zeigten Nebenwirkungen auf die Antibiose im Sinne von Bauchschmerzen und Durchfall. Diese hohe Zahl gibt natürlich einiges zu denken.

Ich persönlich sehe eine unnötige antibiotische Behandlung grundsätzlich kritisch. Neulich habe ich einen Artikel gelesen, der über die medikamentöse Behandlung in der Schwangerschaft handelte. Wenn nur jeder Kranke in seinem Kopf schwanger wäre, oder der Arzt selbst den Patienten so behandeln würde, als wäre er schwanger, dann würden die oft komplett unnötigen Antibiotika nicht verordnet bzw. auch nicht von den Patienten gefordert. Dieses Problem lösen wir aber jetzt nicht in diesem Artikel, das überlassen wir weiter dem Chaos, das Dr. Google anrichtet.

Diagnostik einer Mittelohrentzündung bei Babys

Die Diagnostik einer Mittelohrentzündung bei Kindern unter zwei Jahren ist generell etwas schwierig. Viele Kinder weinen während der Untersuchung. Durch das Weinen verstärkt sich der Druck im Kopf, die Gefäße stellen sich weit, es schließt Blut in die kleinen Gefäße des Trommelfells und ein zuvor komplett unauffälliges Trommelfell sieht aus, als wäre es hochgradig entzündet. Sie selbst erleben das, wenn die Kinder beim Weinen einen hochroten Kopf bekommen.

Gerade Babys und Kleinstkinder können sich nicht ausdrücken und sagen, ob und wie lange und wo sie Schmerzen haben. So verlässt man sich eigentlich nur auf das klinische Bild und den Befund des Ohres.

In der HNO – Praxis steht noch die Tympanometrie zur Verfügung. Bei dieser Messung wird eine kleine Sonde in den Gehörgang eingeführt. Sie dient der Druckmessung im Mittelohr. Bei einer klassischen Mittelohrentzündung, hat die mit einem eitrigen Paukenerguss einhergeht, sieht man einen sogenannten flachen Kurvenverlauf.

Fazit für die Praxis

Mein Fazit aufgrund dieser Studie ist, dass wenn ich ein Antibiotikum bei einem Kleinkind für sinnvoll erachte, ich es auch in ausreichender Dosierung verordne. Es empfiehlt sich die Kontrolle nach etwa fünf Tagen, wenn es da nicht zu einer Besserung gekommen ist, wird die Strategie gewechselt. Ist es besser aber noch nicht gut, verlängert man die Antibiotikagabe.

Generell bleibt die Diagnostik einer Mittelohrentzündung dem Fachmann vorbehalten. Selbstverständlich kann der erfahrene Kinderarzt dies gut erkennen und auch entsprechend behandeln. Sollte er Kinderarzt auf ein Problem stoßen, welches er nicht lösen kann, damit er sie selbstverständlich zu einem Hals-Nasen-Ohren Arzt weiterleiten.

Der Kinderarzt ist und bleibt die erste Anlaufstelle für Sie und Ihr Kind. Er ist der Fachmann, der Lotse, der ihr liebes Kind und Sie durch die ersten Jahre seines Lebens begleitet.

Literatur

  1. Kozyrskyj AL, Hildes-Ripstein GE, Longstaffe SE, et al. Treatment of acute otitis media with a shortened course of antibiotics: a meta-analysis. JAMA. 1998;279(21):1736-1742. doi:10.1001/jama.279.21.1736.
  2. Tähtinen P a, Laine MK, Huovinen P, Jalava J, Ruuskanen O, Ruohola A. A Placebo-Controlled Trial of Antimicrobial Treatment for Acute Otitis Media. N Engl J Med. 2011;364(2):116-126. doi:10.1056/NEJMoa1007174.

 Orinalarbeit

Shortened Antimicrobial Treatment for Acute Otitis Media in Young Children

Alejandro Hoberman, M.D., Jack L. Paradise, M.D., Howard E. Rockette, Ph.D., Diana H. Kearney, R.N., C.C.R.C., Sonika Bhatnagar, M.D., M.P.H., Timothy R. Shope, M.D., M.P.H., Judith M. Martin, M.D., Marcia Kurs-Lasky, M.S., Susan J. Copelli, B.S., D. Kathleen Colborn, B.S., Stan L. Block, M.D., John J. Labella, M.D., Thomas G. Lynch, M.D., Norman L. Cohen, M.D., MaryAnn Haralam, C.R.N.P., Marcia A. Pope, R.N., Jennifer P. Nagg, R.N., Michael D. Green, M.D., M.P.H., and Nader Shaikh, M.D., M.P.H.

N Engl J Med 2016; 375:2446-2456December 22, 2016DOI: 10.1056/NEJMoa1606043

 

Mandelentzüdung und Antibiotikum?

Brauche ich bei einer akuten Mandelentzündung ein Antibiotikum?

Eine akute Mandelentzündung äußert sich durch intensive Schluckbeschwerden und vor allem durch massive Schmerzen beim Schlucken. Diese Schmerzen können bis in die Ohren ausstrahlen. Zusätzlich bestehen ein allgemeines Krankheitsgefühl, körperliche Schwäche und teilweise Fieber.

Aufgrund dessen fällt dem Betroffenen natürlichen Nahrungsaufnahme schwer und er trinkt auch weniger. Schon befindet man sich in einem kleinen Teufelskreis, denn gerade die Flüssigkeitszufuhr muss bei jedem Infekt gewährleistet sein.

In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich bei der Mandelentzündung um eine virale Entzündung. Um es gleich vorweg zu nehmen: Antibiotika helfen nicht bei viralen Entzündungen! Bei einer bakteriellen Entzündung kommt es zu einem verlängerten Verlauf bzw. kann es zur Entwicklung von Komplikationen kommen.

Eine der Komplikationen einer bakteriellen Tonsillitis ist der Paratonsillarabszess. Bei einem Paratonsillarabszess bildet sich eine Eiterhöhle hinter den Mandeln.

Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Mandelentzündung besser zu verstehen und hoffentlich in Zukunft auf unnötige Antibiotika-Einnahmen zu verzichten. Alles ist Gift, es kommt nur auf die Dosierung an.

In Deutschland wird die Diagnose einer akuten bzw. chronischen Entzündung der Mandeln über 100.000 Mal pro Jahr gestellt. Die Mandelentfernung ist bei stationär behandelten Kindern und Jugendlichen die vierthäufigste Operation. Die Anzahl der Operationen schwanken in der Bundesrepublik deutlich. Im Saarland findet man sogar die meisten Mandeloperationen pro Kopf.

Auslöser einer Mandelentzündung

Die akute Mandelentzündung wird in bis zu 95 % der Fälle durch Viren verursacht. Bei einer bakteriell bedingten Mandelentzündung handelt es sich meist um Streptokokken der Gruppe A. Der Nachweis von Bakterien bei einer Mandelentzündung gelingt nur bei 50-66 % der betroffenen Patienten.1

Laut der aktuell geltenden Leitlinie2 soll eine Unterscheidung zwischen akuter und wiederkehrender akuter Tonsillitis – früher chronische Tonsillitis genannt- erfolgen. Der Einfachheit halber werde ich weiterhin den Terminus chronische Tonsillitis verwendet. Dann weiß auch jeder, was gemeint ist.

Wann sollen die Mandeln operiert werden?

Bei der chronischen Mandelentzündung kommt es zu beschwerdearmen bzw. beschwerdefreien Intervallen zwischen den akuten Episoden. Eine operative Entfernung der Mandeln soll nach der aktuell geltenden Leitlinien nach folgenden Kriterien erfolgen:

  • Sieben oder mehr Mandelentzündungen im letzten Jahr
  • fünf oder mehr Mandelentzündungen jeweils pro Jahr in den letzten zwei Jahren
  • drei akute Mandelentzündungen jeweils pro Jahr in den letzten drei Jahren

Diagnostik bei einer Mandelentzündung

Zunächst ist natürlich die Anamnese von herausragender Bedeutung. Bei der klinischen Untersuchung schaut man sich den Mund Rachenbereich genau an. Typisch für eine akute Mandelentzündung sind gerötete, geschwollene Mandeln. Bei bakteriellen Entzündungen finden sich oft auch gelbliche Stippchen in den Krüpten. Das sind die kleinen Vertiefungen bzw. Löcher in den Mandeln. Bei der Untersuchung des äußeren Halses finden sich oft geschwollene Lymphknoten, die bei Berührung schmerzen.

Wie finde ich jetzt heraus, ob es sich um eine seltene bakterielle Mandelentzündung handelt?

Wie so oft in der Medizin versucht man diese Frage mit einem Fragebogen, einem so genannten Score und einem Abstrich zu sichern:

Bestimmung der Wahrscheinlichkeit einer Streptokokkeninfektion für Patienten mit Manselentzündung nach Malsaac

 

Punkte           Symptome

1                     Fieber über 38°

1                     kein Husten

1                     Hals Lymphknotenschwellung

1                     Schwellung der Mandeln

 

Alter:

1                     3-14 Lebensjahre

0                     15- 44 Lebensjahre

-1                    mehr als 45 Lebensjahre

 

Auswertung:

-1 oder 0                   ca. 1%

1                                 ca. 10 %

2                                 ca. 17 %

3                                 ca. 35 Prozent

4-5                             ca. 50 Prozent

 

Hat der 4 jährige Patient (+1) Fieber, Husten (-1) und eine Schwellung der Mandeln (+1) und geschwollene Halslymphknoen (+1), dann ergibt die Summe 3. die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Streptokokkeninfektion handelt, liegt aufgrund der Tabelle bei lediglich 35 %.

In dieser Konstellation kann ein Rachenabstrich somit sinnvoll sein.

Ein erwachsener Patient über 45 Jahre hat bei dieser Konstellation lediglich die Wahrscheinlichkeit von 17 % unter einer Streptokokkeninfektion zu leiden.

Hat der vier jährige Patient Halsschmerzen, Husten, eine Lymphknotenschwellung und kein Fieber, dann liegt die Wahrscheinlichkeit einer Streptokokkeninfektion lediglich bei 17 % und rechtfertigt somit weder einen Abstrich, noch eine Antibiose.

Die Kosten für einen Schnelltest – Rachenabstrich werden in Deutschland bis zum 16. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen. Darüber hinaus müssen Sie mit Kosten rechnen.

Therapie der akuten Mandelentzündung

Sollte sich nun herausstellen, dass es sich wirklich um eine bakterielle Mandelentzündung handelt, dann ist eine Antibiotikagabe zwingend notwendig. Gerade wenn es sich um Streptokokken handelt, begeht der behandelnde Arzt einen Fehler, wenn er darauf verzichtet. In diesem Fall es immer noch Penicillin das Mittel der Wahl. Es wirkt zuverlässig gegen Streptokokken und sollte über sieben Tage eingenommen werden.

Hat man den Verdacht, dass es sich zwar um eine bakterielle Entzündung handelt, jedoch keine Streptokokken ursächlich sind, kann man auf Amoxicillin zurückgreifen. Dieses Aminopenicillin hat ein größeres Wirkspektrum im gram- negativen Bereich.

Alternativen sind Erythromycin, Clindymycin oder Cephalosporine.

In den übrigen 95 % der Fälle handelt es sich also um eine virale Entzündung. Bei diesen helfen keine Antibiotika. Hier sollte man lediglich die Symptome behandeln. Schmerzmittel, Flüssigkeitszufuhr am besten mit Tees und körperliche Schonung sind hier zu empfehlen.

Bei einem banalen Infekt der Mandeln reicht Paracetamol, mein geliebter Cistus Inaus TEE3 und körperliche Schonung komplett aus. Bei stärkeren Halsschmerzen kann man auch auf Ibuprofen oder Diclofenac zurückgreifen.

Wie immer gilt: Wenn Sie sich nicht sicher sind, besuchen Sie ihren Hals Nasen Ohren Arzt. Er hat die ausreichende Erfahrung und das Wissen, Ihnen innerhalb kürzester Zeit zu helfen.

Bedenken Sie jedoch: Ein Infekt kommt eine Woche, bleibt eine Woche und ergeht eine Woche. Wunder geschehen in der Kirche und leider nur selten in der Medizin.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem kleinen Artikel etwas helfen und wünsche Ihnen, sofern Sie betroffen sind, von Herzen eine gute Besserung!

Literatur

  1. Del Mar C. Managing sore throat: A literature review II. Do antibiotics confer benefit? Med J Aust. 1992;156(9):644-649.
  2. Berner R, Steffen G, Toepfner N, Waldfahrer F, Windfuhr J. Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis. AWMF Online. 2015;(017/024):1-115. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-024l_S2k_Tonsillitis_Gaumenmandeln_2015-08_01.pdf.
  3. Kalus U, Grigorov A, Kadecki O, Jansen JP, Kiesewetter H, Radtke H. Cistus incanus (CYSTUS052) for treating patients with infection of the upper respiratory tract. A prospective, randomised, placebo-controlled clinical study. Antiviral Res. 2009;84(3):267-271. doi:10.1016/j.antiviral.2009.10.001.

Nasensprays in Schwangerschaft

Es ist bekannt, dass in der Schwangerschaft viele unter einer ständig verstopften Nase leiden. Des Weiteren schützt eine Schwangerschaft nicht vor dem Risiko einer Erkältung zu bekommen. Dann stellt sich immer die Frage welche Medikamente kann ich nehmen und vor allem kann ich ein Nasenspray nehmen?

Dieser kleine Artikel soll Ihnen Sicherheit geben, damit sie wissen welche Art von Nasenpflege bzw. Nasensprays sie ohne Bedenken verwenden können.

Abschwellendes Nasenspray ist ein so genannter „off label use“

Zuvor sollte man aber wissen, dass 85 % aller Medikamente während einer Schwangerschaft keine explizite Zulassung zur Verwendung der in der Schwangerschaft haben. Man bezeichnet daher eine solche Verordnung als „off label use“.

Im Beipackzettel der Medikamente steht, dass man sie nicht während einer Schwangerschaft nehmen soll. Hundertprozentig gesicherte Studien gibt es zu diesem Thema nicht. Welche Schwangere stellt sich schon freiwillig zur Verfügung ein Medikament mal auszutesten. Das ist also ethisch nicht vertretbar.

Die Empfehlungen hier stützen sich auf einen aktuellen Artikel und dieser beruht auf empirischen Erfahrungen tausender Kollegen und tausendfacher Schwangerschaften.

Daher werden auch einige Ratschläge, die ich hier gebe, im Beipackzettel ebenfalls eine Warnung enthalten.

Letztendlich sollten Sie grundsätzlich vor der Verwendung eines Medikamentes Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt halten.

Die Nase schwillt aufgrund von Hormonen zu

Die unter anderem hormonell bedingte Rhinitis während einer Schwangerschaft für Zustellung der Nasenschleimhaut und einer behinderten Nasenatmung. Folgeerscheinungen sind Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Dies führt natürlich zu einer eingeschränkten Lebensqualität der Schwangeren.

Durch die längerfristige Behinderung der Nasenatmung besteht während eines Infektes unter anderem auch das Risiko einer Mittelohrentzündung.

Bezüglich der Verwendung von abschwellen Nasensprays ergibt sich aus der aktuellen Studienlage kein Hinweis auf ein Embryo schädigendes Potenzial. Abschwellende Nasensprays enthalten die Wirkstoffe Xylometazolin und Oxmetazolin. Ich nenne diese im weiteren Artikel nur noch wegen ihrer Endung: Zoline.

Diese Zoline sind laut Beipackzettel nicht für Schwangere geeignet. Theoretisch wäre eine Beeinträchtigung des Feten durch eine systemische Vasokonstuktion denkbar. Das bedeutet, die Durchblutung der Frucht kann gestört werden.

Bei entsprechender Indikation, kann man dennoch kurzfristig auf die Zoline zurückgreifen. Eine Anwendung über 3-5 Tage ist somit möglich.

Vorsicht die Nasensprays machen auch Schwangere und Kinder abhängig

Viel länger sollten abschwellen der Nasensprays sowieso nicht genommen werden. Innerhalb 5-10 Tagen entsteht nämlich ein Gewöhnungseffekt. Dieser führt zu einer lokalen Abhängigkeit. Man kann ohne Nasensprays und ohne Zoline nicht mehr frei durchatmen. Deshalb sollte man generell darauf achten, dass abschwellen Nasensprays nur bei maximal 5-10 Tage genommen werden.

Das gleiche gilt natürlich auch für Kinder. Und hier macht nicht die Dosierung das Problem, sondern die Dauer der Anwendung. Stellen Sie sich zwei Nervenendungen vor, dass eine Nervenende sendet ein Botenstoff aus und auf dem Erfolgsorgan sitzt ein Rezeptor, der sagt: Gefäß zieht sich zusammen, glatte Muskulatur zieht sich zusammen.

Jetzt kommt der schlaue Mensch bzw. die Pharmaindustrie auf die Idee diesen Botenstoff nachzuahmen. Der Mensch sprüht sich diese Zoline in die Nase und der Rezeptor am Erfolgsorgan wird mit Botenstoff überflutet. – in nie zuvor dagewesener Menge. Die Nase wird frei, läuft nicht mehr so stark und der Mensch ist glücklich.

Doch Vorsicht, das Messer hat zwei Schneiden!

Nach ein paar Tagen haben die Rezeptoren natürlich „die Nase voll“ und ziehen sich zurück. Dann setzt der Mensch die Zoline ab und die Menge des natürlichen Botenstoffes reicht nun nicht mehr aus, dass Erfolgsorgan zu beeinflussen. Es ist somit eine lokale Abhängigkeit entstanden.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: nach knapp drei Wochen bilden sich diese Rezeptoren wieder in ausreichender Anzahl. Aber diese drei Wochen sind für die meisten unerträglich lang.

Sie merken vielleicht, dass ich persönlich nicht viel von diesen Medikamenten halte und sie nur Notfall einsetze.

Welche Nasensprays können unbedenklich verwendet werden?

Viel besser ist die Verwendung von Nasensprays aus Salzbasis oder auch einer Nasendusche. In den meisten Fällen reicht die abschreckende Wirkung dieser Sprays vollkommen aus.

Generell kann die Schwangere der hormonellen Rhinitis vorbeugen, indem sie regelmäßig Nasenspülung durchführt. Regelmäßig bedeutet in diesem Fall: einmal morgens und einmal abends.

Sollte nun dennoch keine Verbesserung durch die salzhaltige Nasensprays erzielt werden, so kann man auch auf Cortison-Nasensprays zurückgreifen. diese führen nicht zu einer lokalen Abhängigkeit und können somit über einen längeren Zeitraum genommen werden. Jedoch sollte man auch in der Schwangerschaft mit diesen Produkten vorsichtig sein und sie nur bei passender Indikation einsetzen.

Ich hoffe ich konnte ihn mit meinen Angaben behilflich sein, sollte noch Freitag Fragen offen sein, so kann ich Ihnen den unten stehenden Artikel empfehlen.

Ich wünsche Ihnen, sofern Sie schwanger sind, alles Gute für die nächste Zeit und viel Spaß mit dem neuen Erdenbürger. Auf dieser Welt gibt es nichts Schöneres!

P.S.: Geben Sie bitte Ihrem Kind -wenn überhaupt- niemals über längere Zeit abschwellendes Nasenspray!

 

 

Halszysten

Was ist eine Halszyste?

Halszysten, beziehungsweise Halsfisteln, sind angeborene Fehler bei der Ausbildung der Innereien des Halses. Man unterscheidet zwischen den medialen Halszysten und den branchiogenen.

Bei der medialen Halszyste verschieben sich, während der Wanderung der Schilddrüse vom Zungengrund zu Ihrem endgültigen Platz im unteren Teil des Halses, mehrere Gewebeelemente der Umgebung. Die dafür vorgesehen Wege können unter Umständen blockiert sein oder nicht ganz frei, sodass sich an „Engpässen“ Gewebeeinlagerungen bilden, die so genannten Halszysten. Entzündet sich eine solche Zyste und bricht durch, spricht man von der Halsfistel.

Die medialen Halszysten bilden sich vorrangig in Höhe des Zungenbeins, da dieses bei der „Wanderung“ der Schilddrüse wohl ein Hindernis darstellt, an dem sich die daraufhin zur Zyste werdenden Gewebe stauen.

Die branchiogenen Halszysten sind ein deutliches Merkmal der Evolution, die die Generationen vor uns durchlebt haben. Im Embryonenstadium, zwischen der 4. und 8. Woche der Schwangerschaft, bildet der menschliche Körper Kiemenbögen, die sich in der Regel mit fortschreitender Entwicklung zurückbilden und Teil des Halses werden. Geschieht dies nicht vollständig, bleiben Gänge oder Hohlräume zurück, die sich oftmals entzünden. Besteht eine Hautöffnung der branchiogenen Halszyste, wird Sie vom Namen her zur Halsfistel und verliert oftmals ein milchiges Sekret. Existiert keine Hautöffnung, ist -meistens schon im frühen Kindesalter- mit einer Entzündung zu rechnen, die sich als prall gefüllte Beule darstellt.

Symptome von Halszysten

Beide Halszysten bereiten in der Regel keine großen Schmerzen oder Beschwerden, da Sie an der Außenseite des Halses liegen und so weder beim Schlucken noch beim Atmen behindern. Entzünden sich die Zysten allerdings, kann es zu schmerzhaften eitrigen Abszessen kommen, die unbedingt behandelt werden müssen, da sie sonst auch das umliegende Gewebe des Halses mit befallen könnten. Die prall-elastische Schwellung ist das auffälligste Symptom der medialen Halszyste. Bei der branchiogenen Zyste, sind neben den Schwellungen oftmals auch Öffnungen am Hals, sowie an Kiefer und Wangen erkennbar.

 

Diagnose

Die Diagnosestellung ist in der Regel durch Augenscheinnahme oder Abtasten möglich. Zur exakten Bestimmung der Zysten- oder Fistelart, können auch bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Hier schlägt die Stunde der Halssonographie und bei bedarf der weiterführenden, bildgebenden Verfahren wie Computertomogrpahie oder Kernspintomographie.

Therapie

Selbst, wenn es noch nicht zu einer Entzündung gekommen ist, werden sowohl mediale als auch branchiogene Zysten operativ entfernt, um eine Folgeerkrankung auszuschließen. Auch aus ästhetischen Gesichtspunkten empfiehlt sich diese Operation, die in der Regel mit guten Heilungschancen verbunden ist. In geübten Händen handelt es sich um einen kleinen Schnitt, der aus kosmetischen Gründen in einer Hautfalte versteckt wird. Je nach Größe der Zyste beträgt der Krankenhausaufenthalt 3-4 Tage.

 

 

 

Das Ohr

Unser Ohr ist ein hoch entwickeltes Sinnesorgan dessen Leistung nicht hoch genug einzuschätzen ist. Das Ohr ist das wichtigste Lernorgan, das wir haben. Wenn sie sich vielleicht in ihre Schulzeit zurück erinnern, dann fällt ihnen bestimmt ein, dass die Dinge, die sie sich laut vorgesagt haben besser haften geblieben sind als diejenigen, die sie nur wiederholt gelesen haben. Ohne unsere Ohren könnten wir auch nicht hören, wir wären in der Kommunikation mit unseren Mitmenschen enorm eingeschränkt und würden uns isolieren. Das beobachten wir immer wieder bei älteren Menschen, die mit der Zeit immer schlechter Hören.

Das Ohr beherbergt jedoch noch einen weiteres Sinnesorgan: Unser Gleichgewichtsorgan. Dieses ermöglicht uns die Orientierung im Raum. Fällt es aus, geht es im wahrsten Sinne des Wortes „rund“. Die Betroffenen leiden unter einem sehr starken Drehschwindel.

Begeben sie sich mit mir auf eine Reise durch das Ohr.

Unser Ohr gliedert sich in drei Abschnitte. Alle drei Abschnitte sind anatomisch voneinander getrennt und haben jeder für sich eigene Krankheiten.

Zum äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang, sowie die „Hälfte“ des Trommelfells. Das Mittelohr ist ein mächtiger Verstärker und gleidert sich in die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel), die Paukenhöhle und die Ohrtrompete (Eustach´sche Röhre). Das Innenohr ist komplett in einen Knochen eingebettet. Zu ihm zählen das Gleichgewichtsorgan und die Hörschnecke (Cochlea) – unser Analog-Digitalwandler.

Das menschliche Ohr

Ohr Anatomie
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Das äußere Ohr

Zum äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang. Die Ohrmuschel besteht überwiegend aus elastischem Knorpel. Das Ohrläppchen ist hingegen knorpelfrei. Die Ohrmuschel endet am äußeren Gehörgang und hat die Funktion eines Trichters. Wir sammeln mit unserer Ohrmuschel alle Töne unserer Umwelt. Durch die klassische Trichterform werden bevorzugt die Schallquellen von vorn herausgefiltert. .
Der äußere Gehörgang ist 3 bis 3,5 cm lang und besteht aus Knorpel und Knochen. Die Haut des äußeren Gehörganges ist sehr sensibel und sehr schmerzempfindlich. Manche Unverbesserlichen empfinden sogar eine Art Befriedigung bei der Manipulation mit Wattestäbchen. Die Hauptfunktion des äußeren Gehörganges ist die Reinigung von Schmutzpartikeln und der Schutz vor Infektionen. Besonders der Ohrenschmalz mit seiner antibakteriellen und antimykotischen Wirkung trägt zur Schutzfunktion bei.

Das Mittelohr

Das Trommelfell liegt am Ende des Gehörganges und grenzt den äußeren Gehörgang gegen die Paukenhöhle ab. Es besteht größtenteils aus Bindegewebe und ist hauchdünn. Es besteht aus maximal 3 feinen Lagen. Die Membran des Trommelfells wird durch die auftreffenden Schallwellen in Schwingungen versetzt und überträgt diese ins Mittelohr.

Im Mittelohr liegen die kleinsten und härtesten Knochen des Menschen. Kein anderer Knochen ist so stabil wie unserer Gehörknöchelchen. Aussehens und Funktion gaben ihnen ihre Namen: Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes). Sie geben den ankommenden Schall weiter ins Innenohr.

Der Steigbügel ist das letzte Gehörknöchelchen in Richtung Innenohr. Seine Fußplatte mündet in das so genannte ovale Fenster, welches das flüssigkeitsgefüllte Innenohr vom luftgefüllten Mittelohr trennt.

Die Natur hat sich natürlich bei dieser Anordnung etwas gedacht: Das Mittelohr verstärkt allein durch dessen Aufbau den ankommenden Schall um das Zweiundzwanzigfache (!!!). Nur so ist es möglich den ankommenden Schall nahezu verlustfrei ins Innenohr weiterzugeben.

Wird die Gehörknöchelchenkette zerstört, kommt es zu einer hochgradigen Verminderung des Hörvermögens um etwa 40-50 dB.

Die ebenfalls zum Mittelohr zugehörige Ohrtrompete (Tube, Eustachische Röhre) verbindet das Mittelohr mit dem Rachenraum und dient dem Druckausgleich, beispielsweise beim Fliegen und Tauchen.

Das Innenohr

Das Innenohr ist komplett in das Felsenbein eingebettet und besteht aus einem komplizierten System von flüssigkeitsgefüllten Schläuchen und kleinsten Sinneszellen. Es ist ein Analog – Digitalwandler. Das heißt die ankommenden Schallwellen werden in elektrische Impules umgewandelt und über den Hörnerv an unser Gehirn weitergegeben. Damit das Schlauchsystem nicht zu viel Platz wegnimmt wurde es zu einer Schnecke aufgewickelt. Insgesamt hat die Hörschnecke eine Länge von ungefähr 3,5 bis 4 cm. Insgesamt sind 25000 !!! Sinneszellen in unserer Hörschnecke verbaut.

Das Gleichgewichtsorgan

Das Gleichgewichtsorgan ist das älteste Sinnesorgan des Menschen und direkt mit dem Innenohr, der so genannten Hörschnecke verbunden. Es besteht im groben aus fünf Bestandteilen- den drei Bogengängen, dem Sacculus und dem Utriculus.

3 Bogengänge, die auch als „Cupulaorgane“ bezeichnet werden. Die Bögengänge sind für die Registrierung von Drehbewegungen verantwortlich. Sie sind in die drei Ebenen des Raumes angeordnet und unterteilen sich in einen vorderen, hinteren und seitlichen Bogengang.

Sacculus. Der Sacculus registriert die Veränderungen in der vertikalen Ebene, wie wir sie beim Liftfahren für das Auf und Ab benötigen.

Utriculus. Der Utriculus ist für Registrierung der horizontalen Bewegung zuständig. Er meldet also dem Gehirn, ob wir uns vor oder zurück bewegen.

Der Fachmann bezeichnet den Utriculus und den Sacculus als „Maculaorgane“.

Im Utriculus und Sacculus finden sich Nervenzellen, die in eine gallertartige Masse münden und den so genannten „Otolithen“. Die Otolithen sind feine Kristalle aus Kalziumkarbonat und erhöhen die Dichte der gallertartigen Membran.

Das Gleichgewichtsorgan besteht aus einem knöchernen und einem häutigen Anteil. Das knöcherne Labyrinth umhüllt das häutige Labyrinth. Man kann sich dies ungefähr wie einen langen, schmalen, geformten Luftballon in einem knöchernen Kanal vorstellen. Als hätte ein Clown drei zusammenhängende Röhren geformt.

Der Ballon selbst und der Raum zwischen dem Knochen und dem „Ballon“ sind mit zwei verschiedenen Flüssigkeiten gefüllt.

Die Flüssigkeit im äußeren Raum nennt man „Perilymphe“ und die Flüssigkeit im „Ballon“ wird als „Endolymphe“ bezeichnet.

 

Artikelbild oben: © Piotr Marcinski – Fotolia.com

Morbus Menière und Lagerungsschwindel

Patienten die unter einem Morbus Menière leiden scheinen auch anfällig gegenüber eines Lagerungsschwindels zu sein. Oft verkennt der behandelnde Arzt die richtungweisende Symptome und so kann es schon mal sein, dass ein Lagerungsschwindel übersehen wird.

Die Menièresche Krankheit ist durch wiederkehrende, sehr belastende Drehschwindel – Anfälle gekennzeichnet. Sie geht einher mit einer Hörstörung im Tieftonbereich und einem meist tieffrequenten Tinnitus.

Im Gegensatz zum Lagerungsschwindel ist die Menière – Attacke nicht innerhalb von Sekunden, bzw. innerhalb einer Minute beendet. Der Drehschwindel beim Morbus Menière kann schon mal mehrere Stunden andauern.

Bei Morbus Menière auch mal an einen Lagerungsschwindel denken!

Gelegentlich kommt es vor, dass sich auch bei Menière – Patienten der Zustand verschlechtert und die Betroffenen über einen verstärkten Drehschwindel bei Kopfbewegungen berichten.

Das allein auf den Menière zurück zu führen liegt nahe, aber man sollte in diesen Fällen auch mal an einen gutartigen Lagerungsschwindel denken.

Die Untersuchung ist schnell durchgeführt und sollte diese wirklich einen Lagerungsschwindel  rgeben, so kann man dem Patienten innerhalb von Minuten helfen.

Die richtige Übung verschafft in 80 Prozent der Fälle bereits nach der ersten Behandlung eine deutliche Verbesserung.

Natürlich muss der Patient die Übungen auch zu Hause durchführen. Eine entsprechende Anleitung finden sie auf dieser Seite hier: www.lagerungsschwindel.com

Kloß im Hals

Huch ich hab einen Kloß im Hals

Wer kennt das Gefühl nicht einen Kloß im Hals zu haben. Oft tritt das Kloßgefühl zusammen mit weiteren unspezifischen Symptomen auf. Dazu zählen Schleim im Hals, Kratzen oder sogar Reizhusten. In extremen Fällen können auch immer wieder Halsschmerzen hinzukommen. Diese Symptome können alleine oder gemeinsam bei vielen Erkrankungen auftreten.

Die Kunst besteht darin, die ursächliche Erkrankung zu finden und dann sicher zu bekämpfen. Dem Hals- Nasen- Ohrenarzt stehen viele Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung, die er gezielt einsetzen kann. Oft sind kleine Hinweise des Patienten bereits richtungsweisend.

 

Häufige Ursachen für einen Kloß im Hals

  • Zenker Divertikel
  • Schilddrüsenprobleme
  • extraösophagealer Reflux
  • Septumdeviation
  • Kehlkopfentzündung
  • funktionelle Stimmstörungen
  • Rachenentzündung
  • Probleme mit der Nase und der Nasennebenhöhlen (Septumdeviation, Muschelhyperplasie, akute Sinusitis, chronische Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Allergie
  • Tumore (Kehlkopfkrebs oder sonstige gutartige und bösartige Tumore im Hals und Rachenbereich.
  • Probleme mit der Halswirbelsäule (HWS-Syndrom)
  • Probleme mit dem Kiefergelenk (Craniomandibuläre Dysfunktion)
  • Systemische Erkrankungen

Diagnostik

Bei der Ursachenfindung ist der Sherlock Holmes im Hals- Nasen- Ohrenarzt gefragt. Es gibt kaum eine kniffligere Herausforderung für den Diagnostiker.

Die Diagnostik bei dem Symptom „Kloß im Hals“ ist aufgrund der vielfachen Ursachen recht schwierig. Zunächst erfolgt nach einer ausführlichen Anamnese eine komplette Untersuchung. Hierbei wird sowohl die Nase, als auch der Nasenrachen mit kleinen Endoskopen ausgeleuchtet. Im Mund Rachenbereich wird auf Schleimhautveränderungen geachtet. Auch der Zungenbelag kann ein wichtiges Indiz sein.

Danach wird mit dem Laryngoskop der Kehlkopf endoskopisch untersucht. Um kleinste Veränderungen an den Stimmbändern zu entdecken ist eine so genannte Stroboskopie der Stimmbänder zu empfehlen.

Als weiterführende Untersuchung sollte auf jeden Falle eine sonographische Untersuchung des Halses erfolgen. Bei Problemen in den Nebenhöhlen bringt dann die Computertomographie der Nasennebenhöhlen letztendlich Aufschluss.

Um den Schluckakt zu differenzieren wird ein Röntgenbreischluck durchgeführt. Dabei sieht der Radiologe vor dem Röntgenschirm genau wie der Speisebrei vom Mund in den Magen gelangt. Eventuelle Blockaden oder Divertikel können mit dem Röntgen-Breischluck sicher diagnostiziert werden aber auch Problem mit dem Zwerchfell werden mit dieser Methode sicher augedeckt.

Bei Auffälligkeiten im Mund Rachenbereich kann auch die Anfertigung eines Rachen- oder Zungenabstriches sinnvoll sein. Ein Allergietest kann den behandelnden Arzt auf die richtige Spur bringen.

Verwundernd für den Leser ist der Zusammenhang mit Magensäure. Gerade der stille Reflux kann Ursächlich für alle Symptome sein. Der Experte kennt dies unter dem Fachbegriff „extraösophagealer Reflux“ oder „laryngo-pharyngealer Reflux (LPR)“.

Der Betroffene muss dabei NICHT unter den typischen Symptome des Reflux wie Sodbrennen leiden. Selbst bei einer Magenspiegelung muss man nicht unbedingt etwas sehen! Einen Hinweis auf diese Erkrankung kann der Reflux – Symptom – Index (RSI) geben.

Erforscht wurde er von den Wissenschaftlern Belafsky, Postma und Koufman im Jahr 2002 (Belafsky PC, Postma GN, Koufman JA (2002) Validity and reliability of the reflux symptome index. J Voice 16:274–277)

Es handelt sich hierbei um einen Fagebogen, der von den Betroffenen ausgefüllt wird und einen ziemlich guten Hinweis auf das Vorliegen einen stillen Reflux gibt.

 

Der RSI Index

Wie oft und wie stark traten bei Ihnen die genannten Beschwerden im letzten Monat auf (bitte ankreuzen)?

Problematik            
Heiserkeit und andere Stimmprobleme 0 1 2 3 4 5
Räusperzwang 0 1 2 3 4 5
Schleimbildung im Hals, Rachen oder im Nasnerachenraum 0 1 2 3 4 5
Probleme beim Schlucken von Essen, Flüssigkeiten oder Tabletten 0 1 2 3 4 5
Husten nach dem Essen oder im Liegen 0 1 2 3 4 5
Atmungsprobleme oder das Gefühl von Erstickungsepisoden 0 1 2 3 4 5
Reizhusten 0 1 2 3 4 5
Globusgefühl, Gefühl der Klossbildung im Hals 0 1 2 3 4 5
Sodbrennen, Brustschmerz, Gefühl der aufsteigenden Säure 0 1 2 3 4 5

Sobald die Summe einen Wert  > 13 ergibt, besteht laut den Forschern der Verdacht auf das Vorliegen eines extraösophagealen Reflux. Des weiteren können sie aus der Tabelle auch herauslesen, welche Beschwerden ein Reflux hervorrufen kann. Viele von Ihnen werden die Vielfalt der Beschwerden, die auf ein Magensäureproblem zurückgehen wundern.