Schilddrüsenzyste als Ursache von einseitigen Schluckbeschwerden

Schluckbeschwerden Schilddrüse

Ein Patient kam mit einem einseitigen Fremdkörpergefühl und zum Teil erheblichen Schluckbeschwerden in meine Sprechstunde.

Die Beschwerden bestanden seit Wochen und waren sogar zunehmend. Schmerzen beim Schlucken werden nicht angegeben.

Die allgemeine HNO Untersuchung war unauffällig.  Insbesondere bei der Endoskopie des Kehlkopfs fanden sich keine Auffälligkeiten. Erst bei der Sonographie des Halses fand ich eine ausgedehnte zystische Raumforderung am Interpol der linken Schilddrüse.

Auf Nachfragen gab der Patient auch das Maximum seiner Schluckbeschwerden in diesem Bereich an.

Ich vereinbarte beim Radiologen einen Termin zur szintigraphischen Untersuchung und Punktion der Schilddrüse . Der Radiologe konnte auch eine gewisse Menge eines zähen Sekrets aus der Schilddrüsenzyste entfernen. Leider reichte die abpunktierte Menge nicht aus . Die Beschwerden bestanden weiterhin und in der sonographischen Verlaufskontrolle nach zwei Wochen fand ich weiterhin eine ausgedehnte Schilddrüsenzyste .

Letztendlich stellte ich den Patienten bei einem herausragenden Chirurgen vor, der die Zyste operativ entfernte. Die Beschwerden waren natürlich sofort gemindert. Jedoch rechnet man auch nach einer Schilddrüsenoperation mit gelegentlichen Schluckbeschwerden aufgrund von Narben.

Schluckbeschwerden Schilddrüse

Dem Patienten ist geholfen. Er kann wieder ohne Probleme schlucken. Das Fremdkörpergefühl ist weg. Die Narbe wird man nahezu nicht mehr sehen.

Für die Praxis sollte man sich merken: Auch eine Schilddrüsenzyste kann zu Schluckbeschwerden führen. In vielen Fällen reicht eine Punktion. Ist die Zyste zu groß,  hilft eine Operation.

Kortison hilft bei Halsschmerzen 

Klingt für mich zunächst etwas verrückt,  aber es scheint wirklich etwas daran zu sein.

Seit jeher benutzt der Hals-Nasen-Ohrenarzt ein hochdosiertes intravenöses Kortikoid unterstützend bei einem Abszess der Mandeln. Das wirkt meist hervorragend und bereits am nächsten Tag sind die Beschwerden bedeutend geringer.

Eine neue, große Querschnitt – Studie aus England fand nun heraus, dass eine einmalig Gabe von nur zehn Milligramm Dexamethason zu einer deutlichen Linderung von Halsschmerzen bei einer banalen, jedoch sehr schmerzhaften Rachenentzündung führt.  Das gilt sowohl für einen bakteriellen Infekt als auch für vitale Entzündungen.

Die einmalige Gabe führte bei Patienten zu einer Verdoppelung der Schmerzfreiheit gegenüber den Patienten, die nicht mit Kortison behandelt wurden.

Die Wahrscheinlichkeit,  dass der Patient nach nur 48 Stunden schmerzfrei ist, war um den Faktor 1,5 erhöht.

Die niedrigdosierte, einmalige Gabe von bis zu 10 mg Dexamethason scheint also eine sinnvolle Ergänzung bei akuten, sehr starken Halsschmerzen zu sein.

Ich nehme diese Studie gern an und werde Patienten mit starken Halsschmerzen  in Zukunft  noch besser helfen können.

 

Halsschmerzen und Kortison

 

Quelle Kortison bei Halsschmerzen:

Corticosteroids for treatment of sore throat: systematic review and meta-analysis of randomised trials

BMJ 2017; 358 doi: https://doi.org/10.1136/bmj.j3887 (Published 20 September 2017)Cite this as: BMJ 2017;358:j3887

Mandelentzüdung und Antibiotikum?

Brauche ich bei einer akuten Mandelentzündung ein Antibiotikum?

Eine akute Mandelentzündung äußert sich durch intensive Schluckbeschwerden und vor allem durch massive Schmerzen beim Schlucken. Diese Schmerzen können bis in die Ohren ausstrahlen. Zusätzlich bestehen ein allgemeines Krankheitsgefühl, körperliche Schwäche und teilweise Fieber.

Aufgrund dessen fällt dem Betroffenen natürlichen Nahrungsaufnahme schwer und er trinkt auch weniger. Schon befindet man sich in einem kleinen Teufelskreis, denn gerade die Flüssigkeitszufuhr muss bei jedem Infekt gewährleistet sein.

In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich bei der Mandelentzündung um eine virale Entzündung. Um es gleich vorweg zu nehmen: Antibiotika helfen nicht bei viralen Entzündungen! Bei einer bakteriellen Entzündung kommt es zu einem verlängerten Verlauf bzw. kann es zur Entwicklung von Komplikationen kommen.

Eine der Komplikationen einer bakteriellen Tonsillitis ist der Paratonsillarabszess. Bei einem Paratonsillarabszess bildet sich eine Eiterhöhle hinter den Mandeln.

Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Mandelentzündung besser zu verstehen und hoffentlich in Zukunft auf unnötige Antibiotika-Einnahmen zu verzichten. Alles ist Gift, es kommt nur auf die Dosierung an.

In Deutschland wird die Diagnose einer akuten bzw. chronischen Entzündung der Mandeln über 100.000 Mal pro Jahr gestellt. Die Mandelentfernung ist bei stationär behandelten Kindern und Jugendlichen die vierthäufigste Operation. Die Anzahl der Operationen schwanken in der Bundesrepublik deutlich. Im Saarland findet man sogar die meisten Mandeloperationen pro Kopf.

Auslöser einer Mandelentzündung

Die akute Mandelentzündung wird in bis zu 95 % der Fälle durch Viren verursacht. Bei einer bakteriell bedingten Mandelentzündung handelt es sich meist um Streptokokken der Gruppe A. Der Nachweis von Bakterien bei einer Mandelentzündung gelingt nur bei 50-66 % der betroffenen Patienten.1

Laut der aktuell geltenden Leitlinie2 soll eine Unterscheidung zwischen akuter und wiederkehrender akuter Tonsillitis – früher chronische Tonsillitis genannt- erfolgen. Der Einfachheit halber werde ich weiterhin den Terminus chronische Tonsillitis verwendet. Dann weiß auch jeder, was gemeint ist.

Wann sollen die Mandeln operiert werden?

Bei der chronischen Mandelentzündung kommt es zu beschwerdearmen bzw. beschwerdefreien Intervallen zwischen den akuten Episoden. Eine operative Entfernung der Mandeln soll nach der aktuell geltenden Leitlinien nach folgenden Kriterien erfolgen:

  • Sieben oder mehr Mandelentzündungen im letzten Jahr
  • fünf oder mehr Mandelentzündungen jeweils pro Jahr in den letzten zwei Jahren
  • drei akute Mandelentzündungen jeweils pro Jahr in den letzten drei Jahren

Diagnostik bei einer Mandelentzündung

Zunächst ist natürlich die Anamnese von herausragender Bedeutung. Bei der klinischen Untersuchung schaut man sich den Mund Rachenbereich genau an. Typisch für eine akute Mandelentzündung sind gerötete, geschwollene Mandeln. Bei bakteriellen Entzündungen finden sich oft auch gelbliche Stippchen in den Krüpten. Das sind die kleinen Vertiefungen bzw. Löcher in den Mandeln. Bei der Untersuchung des äußeren Halses finden sich oft geschwollene Lymphknoten, die bei Berührung schmerzen.

Wie finde ich jetzt heraus, ob es sich um eine seltene bakterielle Mandelentzündung handelt?

Wie so oft in der Medizin versucht man diese Frage mit einem Fragebogen, einem so genannten Score und einem Abstrich zu sichern:

Bestimmung der Wahrscheinlichkeit einer Streptokokkeninfektion für Patienten mit Manselentzündung nach Malsaac

 

Punkte           Symptome

1                     Fieber über 38°

1                     kein Husten

1                     Hals Lymphknotenschwellung

1                     Schwellung der Mandeln

 

Alter:

1                     3-14 Lebensjahre

0                     15- 44 Lebensjahre

-1                    mehr als 45 Lebensjahre

 

Auswertung:

-1 oder 0                   ca. 1%

1                                 ca. 10 %

2                                 ca. 17 %

3                                 ca. 35 Prozent

4-5                             ca. 50 Prozent

 

Hat der 4 jährige Patient (+1) Fieber, Husten (-1) und eine Schwellung der Mandeln (+1) und geschwollene Halslymphknoen (+1), dann ergibt die Summe 3. die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Streptokokkeninfektion handelt, liegt aufgrund der Tabelle bei lediglich 35 %.

In dieser Konstellation kann ein Rachenabstrich somit sinnvoll sein.

Ein erwachsener Patient über 45 Jahre hat bei dieser Konstellation lediglich die Wahrscheinlichkeit von 17 % unter einer Streptokokkeninfektion zu leiden.

Hat der vier jährige Patient Halsschmerzen, Husten, eine Lymphknotenschwellung und kein Fieber, dann liegt die Wahrscheinlichkeit einer Streptokokkeninfektion lediglich bei 17 % und rechtfertigt somit weder einen Abstrich, noch eine Antibiose.

Die Kosten für einen Schnelltest – Rachenabstrich werden in Deutschland bis zum 16. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen. Darüber hinaus müssen Sie mit Kosten rechnen.

Therapie der akuten Mandelentzündung

Sollte sich nun herausstellen, dass es sich wirklich um eine bakterielle Mandelentzündung handelt, dann ist eine Antibiotikagabe zwingend notwendig. Gerade wenn es sich um Streptokokken handelt, begeht der behandelnde Arzt einen Fehler, wenn er darauf verzichtet. In diesem Fall es immer noch Penicillin das Mittel der Wahl. Es wirkt zuverlässig gegen Streptokokken und sollte über sieben Tage eingenommen werden.

Hat man den Verdacht, dass es sich zwar um eine bakterielle Entzündung handelt, jedoch keine Streptokokken ursächlich sind, kann man auf Amoxicillin zurückgreifen. Dieses Aminopenicillin hat ein größeres Wirkspektrum im gram- negativen Bereich.

Alternativen sind Erythromycin, Clindymycin oder Cephalosporine.

In den übrigen 95 % der Fälle handelt es sich also um eine virale Entzündung. Bei diesen helfen keine Antibiotika. Hier sollte man lediglich die Symptome behandeln. Schmerzmittel, Flüssigkeitszufuhr am besten mit Tees und körperliche Schonung sind hier zu empfehlen.

Bei einem banalen Infekt der Mandeln reicht Paracetamol, mein geliebter Cistus Inaus TEE3 und körperliche Schonung komplett aus. Bei stärkeren Halsschmerzen kann man auch auf Ibuprofen oder Diclofenac zurückgreifen.

Wie immer gilt: Wenn Sie sich nicht sicher sind, besuchen Sie ihren Hals Nasen Ohren Arzt. Er hat die ausreichende Erfahrung und das Wissen, Ihnen innerhalb kürzester Zeit zu helfen.

Bedenken Sie jedoch: Ein Infekt kommt eine Woche, bleibt eine Woche und ergeht eine Woche. Wunder geschehen in der Kirche und leider nur selten in der Medizin.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem kleinen Artikel etwas helfen und wünsche Ihnen, sofern Sie betroffen sind, von Herzen eine gute Besserung!

Literatur

  1. Del Mar C. Managing sore throat: A literature review II. Do antibiotics confer benefit? Med J Aust. 1992;156(9):644-649.
  2. Berner R, Steffen G, Toepfner N, Waldfahrer F, Windfuhr J. Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis. AWMF Online. 2015;(017/024):1-115. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-024l_S2k_Tonsillitis_Gaumenmandeln_2015-08_01.pdf.
  3. Kalus U, Grigorov A, Kadecki O, Jansen JP, Kiesewetter H, Radtke H. Cistus incanus (CYSTUS052) for treating patients with infection of the upper respiratory tract. A prospective, randomised, placebo-controlled clinical study. Antiviral Res. 2009;84(3):267-271. doi:10.1016/j.antiviral.2009.10.001.

Halszysten

Was ist eine Halszyste?

Halszysten, beziehungsweise Halsfisteln, sind angeborene Fehler bei der Ausbildung der Innereien des Halses. Man unterscheidet zwischen den medialen Halszysten und den branchiogenen.

Bei der medialen Halszyste verschieben sich, während der Wanderung der Schilddrüse vom Zungengrund zu Ihrem endgültigen Platz im unteren Teil des Halses, mehrere Gewebeelemente der Umgebung. Die dafür vorgesehen Wege können unter Umständen blockiert sein oder nicht ganz frei, sodass sich an „Engpässen“ Gewebeeinlagerungen bilden, die so genannten Halszysten. Entzündet sich eine solche Zyste und bricht durch, spricht man von der Halsfistel.

Die medialen Halszysten bilden sich vorrangig in Höhe des Zungenbeins, da dieses bei der „Wanderung“ der Schilddrüse wohl ein Hindernis darstellt, an dem sich die daraufhin zur Zyste werdenden Gewebe stauen.

Die branchiogenen Halszysten sind ein deutliches Merkmal der Evolution, die die Generationen vor uns durchlebt haben. Im Embryonenstadium, zwischen der 4. und 8. Woche der Schwangerschaft, bildet der menschliche Körper Kiemenbögen, die sich in der Regel mit fortschreitender Entwicklung zurückbilden und Teil des Halses werden. Geschieht dies nicht vollständig, bleiben Gänge oder Hohlräume zurück, die sich oftmals entzünden. Besteht eine Hautöffnung der branchiogenen Halszyste, wird Sie vom Namen her zur Halsfistel und verliert oftmals ein milchiges Sekret. Existiert keine Hautöffnung, ist -meistens schon im frühen Kindesalter- mit einer Entzündung zu rechnen, die sich als prall gefüllte Beule darstellt.

Symptome von Halszysten

Beide Halszysten bereiten in der Regel keine großen Schmerzen oder Beschwerden, da Sie an der Außenseite des Halses liegen und so weder beim Schlucken noch beim Atmen behindern. Entzünden sich die Zysten allerdings, kann es zu schmerzhaften eitrigen Abszessen kommen, die unbedingt behandelt werden müssen, da sie sonst auch das umliegende Gewebe des Halses mit befallen könnten. Die prall-elastische Schwellung ist das auffälligste Symptom der medialen Halszyste. Bei der branchiogenen Zyste, sind neben den Schwellungen oftmals auch Öffnungen am Hals, sowie an Kiefer und Wangen erkennbar.

 

Diagnose

Die Diagnosestellung ist in der Regel durch Augenscheinnahme oder Abtasten möglich. Zur exakten Bestimmung der Zysten- oder Fistelart, können auch bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Hier schlägt die Stunde der Halssonographie und bei bedarf der weiterführenden, bildgebenden Verfahren wie Computertomogrpahie oder Kernspintomographie.

Therapie

Selbst, wenn es noch nicht zu einer Entzündung gekommen ist, werden sowohl mediale als auch branchiogene Zysten operativ entfernt, um eine Folgeerkrankung auszuschließen. Auch aus ästhetischen Gesichtspunkten empfiehlt sich diese Operation, die in der Regel mit guten Heilungschancen verbunden ist. In geübten Händen handelt es sich um einen kleinen Schnitt, der aus kosmetischen Gründen in einer Hautfalte versteckt wird. Je nach Größe der Zyste beträgt der Krankenhausaufenthalt 3-4 Tage.

 

 

 

Kloß im Hals

Huch ich hab einen Kloß im Hals

Wer kennt das Gefühl nicht einen Kloß im Hals zu haben. Oft tritt das Kloßgefühl zusammen mit weiteren unspezifischen Symptomen auf. Dazu zählen Schleim im Hals, Kratzen oder sogar Reizhusten. In extremen Fällen können auch immer wieder Halsschmerzen hinzukommen. Diese Symptome können alleine oder gemeinsam bei vielen Erkrankungen auftreten.

Die Kunst besteht darin, die ursächliche Erkrankung zu finden und dann sicher zu bekämpfen. Dem Hals- Nasen- Ohrenarzt stehen viele Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung, die er gezielt einsetzen kann. Oft sind kleine Hinweise des Patienten bereits richtungsweisend.

 

Häufige Ursachen für einen Kloß im Hals

  • Zenker Divertikel
  • Schilddrüsenprobleme
  • extraösophagealer Reflux
  • Septumdeviation
  • Kehlkopfentzündung
  • funktionelle Stimmstörungen
  • Rachenentzündung
  • Probleme mit der Nase und der Nasennebenhöhlen (Septumdeviation, Muschelhyperplasie, akute Sinusitis, chronische Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Allergie
  • Tumore (Kehlkopfkrebs oder sonstige gutartige und bösartige Tumore im Hals und Rachenbereich.
  • Probleme mit der Halswirbelsäule (HWS-Syndrom)
  • Probleme mit dem Kiefergelenk (Craniomandibuläre Dysfunktion)
  • Systemische Erkrankungen

Diagnostik

Bei der Ursachenfindung ist der Sherlock Holmes im Hals- Nasen- Ohrenarzt gefragt. Es gibt kaum eine kniffligere Herausforderung für den Diagnostiker.

Die Diagnostik bei dem Symptom „Kloß im Hals“ ist aufgrund der vielfachen Ursachen recht schwierig. Zunächst erfolgt nach einer ausführlichen Anamnese eine komplette Untersuchung. Hierbei wird sowohl die Nase, als auch der Nasenrachen mit kleinen Endoskopen ausgeleuchtet. Im Mund Rachenbereich wird auf Schleimhautveränderungen geachtet. Auch der Zungenbelag kann ein wichtiges Indiz sein.

Danach wird mit dem Laryngoskop der Kehlkopf endoskopisch untersucht. Um kleinste Veränderungen an den Stimmbändern zu entdecken ist eine so genannte Stroboskopie der Stimmbänder zu empfehlen.

Als weiterführende Untersuchung sollte auf jeden Falle eine sonographische Untersuchung des Halses erfolgen. Bei Problemen in den Nebenhöhlen bringt dann die Computertomographie der Nasennebenhöhlen letztendlich Aufschluss.

Um den Schluckakt zu differenzieren wird ein Röntgenbreischluck durchgeführt. Dabei sieht der Radiologe vor dem Röntgenschirm genau wie der Speisebrei vom Mund in den Magen gelangt. Eventuelle Blockaden oder Divertikel können mit dem Röntgen-Breischluck sicher diagnostiziert werden aber auch Problem mit dem Zwerchfell werden mit dieser Methode sicher augedeckt.

Bei Auffälligkeiten im Mund Rachenbereich kann auch die Anfertigung eines Rachen- oder Zungenabstriches sinnvoll sein. Ein Allergietest kann den behandelnden Arzt auf die richtige Spur bringen.

Verwundernd für den Leser ist der Zusammenhang mit Magensäure. Gerade der stille Reflux kann Ursächlich für alle Symptome sein. Der Experte kennt dies unter dem Fachbegriff „extraösophagealer Reflux“ oder „laryngo-pharyngealer Reflux (LPR)“.

Der Betroffene muss dabei NICHT unter den typischen Symptome des Reflux wie Sodbrennen leiden. Selbst bei einer Magenspiegelung muss man nicht unbedingt etwas sehen! Einen Hinweis auf diese Erkrankung kann der Reflux – Symptom – Index (RSI) geben.

Erforscht wurde er von den Wissenschaftlern Belafsky, Postma und Koufman im Jahr 2002 (Belafsky PC, Postma GN, Koufman JA (2002) Validity and reliability of the reflux symptome index. J Voice 16:274–277)

Es handelt sich hierbei um einen Fagebogen, der von den Betroffenen ausgefüllt wird und einen ziemlich guten Hinweis auf das Vorliegen einen stillen Reflux gibt.

 

Der RSI Index

Wie oft und wie stark traten bei Ihnen die genannten Beschwerden im letzten Monat auf (bitte ankreuzen)?

Problematik            
Heiserkeit und andere Stimmprobleme 0 1 2 3 4 5
Räusperzwang 0 1 2 3 4 5
Schleimbildung im Hals, Rachen oder im Nasnerachenraum 0 1 2 3 4 5
Probleme beim Schlucken von Essen, Flüssigkeiten oder Tabletten 0 1 2 3 4 5
Husten nach dem Essen oder im Liegen 0 1 2 3 4 5
Atmungsprobleme oder das Gefühl von Erstickungsepisoden 0 1 2 3 4 5
Reizhusten 0 1 2 3 4 5
Globusgefühl, Gefühl der Klossbildung im Hals 0 1 2 3 4 5
Sodbrennen, Brustschmerz, Gefühl der aufsteigenden Säure 0 1 2 3 4 5

Sobald die Summe einen Wert  > 13 ergibt, besteht laut den Forschern der Verdacht auf das Vorliegen eines extraösophagealen Reflux. Des weiteren können sie aus der Tabelle auch herauslesen, welche Beschwerden ein Reflux hervorrufen kann. Viele von Ihnen werden die Vielfalt der Beschwerden, die auf ein Magensäureproblem zurückgehen wundern.