Olivenöl hilft bei Mundtrockenheit (Xerostomie)

## Xerostomie (Mundtrockenheit)

Gerade nach einer Bestrahlung berichten viele Betroffene über eine lästige und oft sehr quälende Mundtrockenheit. Nicht nur nach Bestrahlungen, sondern auch aufgrund der unterschiedlichsten Erkrankungen oder Anwendungen von Medikamenten kann es zu einer Mundtrockenheit (Xerostomie) kommen.

Die Patienten rennen oft von Arzt zu Arzt und versuchen ihr Bestes dieses lästige Symptom zu beseitigen. Ich kann ihnen versichern, dass auch die Ärzte ihr Bestes geben, den Betroffenen zu helfen, nur leider existieren keine guten Therapien. Wenn man Glück hat, findet man die Ursache und kann sie beseitigen (z.B. Umstellen der Medikamenten). Viel häufiger können wir jedoch nur sie Symptome lindern.

Auf dem Markt befinden sich die verschiedensten Sprays, die zu einer Linderung verhelfen können. Richtige Medikamente, die nachgewiesen wirken, gibt es leider keine. Nun erscheint ein kleines Licht am Ende des Tunnels wirklich Hilfe zu versprechen.

## Olivenöl als Spray gegen Mundtrockenheit

Eine spanische Forschergruppe hat die Wirkung eines alten Hausmittels untersucht: Olivenöl. In Spanien ist dies als Spray verfügbar und die regelmäßige Anwendung hat bei vielen Patienten zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden geführt.

Navarro Morante und seine Mitarbeiter behandelten eine Medikamenten-induzierte Xerostomie (Mundtrockenheit) bei 25 Patienten mit einem an Lycopen (Leukopin) angereichertem Olivenöl-Spray (Surat®, Fa. Vianoleo, Spanien) versus Placebo (n = 21). Es wurden zwei unterschiedliche Fragebögen vor und zwölf Monate nach der Anwendung verwendet. Zwar fand sich auch in der Placebogruppe eine Besserung der Mundtrockenheit, jedoch zeigte nur die Verumgruppe eine Verbesserung der Lebensqualität.

Das Spray kann man über Amazon oder auch Ebay beziehen und es scheint in Spanien ein Küchenhelfer zu sein. Ich werde meinen Patienten in Zukunft einen Therapieversuch mit Olivenöl empfehlen. Nichts spricht gegen einen Esslöffel Öl am Morgen und am Abend. Spülen Sie Ihren Mund morgens und abends eine Minute mit dem Öl und schlucken sie es dann herunter.

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine gute Besserung!

## Literatur

Navarro Morante A, Wolff A, Bautista Mendoza GR, López-Jornet P. Natural products for the management of xerostomia: a randomized, double-blinded, placebo-controlled clinical trial. J Oral Pathol Med. 2017; 46: 154–160

Neue Hilfe beim Morbus Menière ohne größere Risiken

intratympanale Kortikoidtherapie Menière

Die intratympanale Kortikoidthreapie beim Morbus Menière

Die intratympanale Kotikoidtherapie hat sich mittlerweile gut bei der Behandlung des Hörsturz etabliert. Momentan wird sie in Deutschland vornehmlich bei einem Hörsturz angewendet, der nicht auf eine systemische (also intravenöse oder orale Gabe) Kortisontherapie reagiert hat. In meiner Praxis führe ich dieses Verfahren seit 2005 mit zum Teil großen Erfolgen durch und habe schon frühzeitig ein Auge auf den Morbus Menière geworfen.

Der Morbus Menière ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Anfälle von Schwindel, Hörverlust und eventuell sogar einem Tinnitus, der meist von den Betroffenen als starkes „Brummen“ wahrgenommen wird. Diese Schwindelanfälle können mehrere Stunden andauern und beeinflussen somit massiv die Lebensqualität der betroffenen Patienten.

Die medikamentöse Therapie ist mehr als nur eingeschränkt. Das über Jahrzehnte empfohlene und benutzte Betahistin kann heute nicht mehr mit gutem Gewissen verschrieben werden, da es laut einer anderen Studie überhaupt nicht wirksam sei. Das sehe ich persönlich anders, da in meiner Praxis einige Patienten von Betahistin profitieren. Im akuten Anfall hilft nur Vomex als Tablette oder Zäpfchen, letzteres wirkt auch bei starkem Erbrechen. Eine kausale Therapie existiert bis heute nicht.

Gentamycin vergiftet das Innenohr und das Gleichgewichtsorgan beim Morbus Menière

Als sehr wirksame Behandlung wird seit Jahren die intratympanale Gentamycin Therapie propagiert. Dabei wird Gentamycin, ein Antibiotikum, in lokaler Betäubung durch das Trommelfell ins Mittelohr gespritzt. Gentamycin “vergiftet “ das Gleichgewichtsorgan und die Schwindelanfälle gehen zurück. Leider wirkt das Medikament nicht nur “giftig” auf das Gleichgewichtsorgan sonder auch auf das Innenohr. Somit kann es zu einer erheblichen Hörstörung nach einer Gentamycin — Behandlung kommen.

Aus diesem Grund stehen verständlicher Weise viele Patienten dieser Therapie ablehnend gegenüber, obwohl man wissenschaftlich nachweisen kann, dass diese Behandlung hilft.

Kortisonspritze ins Ohr wirkt genauso gut wie Gentamycin

In einer neuen Studie aus dem Jahr 2017 wurde nun die bekannt wirksame intratympanale Gentamycin Therapie mit der beim Hörsturz erfolgreichen intratympanalen Kortikoidtherapie verglichen. Dabei erfolgte eine Reduktion der Attacken nach Behandlung mit Gentamycin um 87% und nach der Behandlung mit Methylprednisolon um 90%. Auch die (sehr geringen) Nebenwirkungen waren vergleichbar.

Die intratympanale Kortison — Therapie wurde ambulant durchgeführt. Die Patienten erhielten jeweils zwei Injektionen im Abstand von 14 Tagen. Besonders hervorzuheben ist natürlich, dass die Prednisolon-Behandlung nicht in einer Zerstörung des Gleichgewichtsorgans oder des Innenohrs resultierte, die Gleichgewichtsfunktionen und das Gehör daher erhalten blieben.

Somit kann Patienten mit einem Morbus Menière eine effektive, wissenschaftlich Erfolg versprechende Behandlung angeboten werden, die ohne große Nebenwirkungen zu einer deutlichen Verminderung der Schwindelanfälle innerhalb des Folgejahres führen kann.

Sollte Ihr Interesse geweckt sein, so können Sie gerne mit uns einen Termin vereinbaren.

Literatur
Patel M, Agarwal K, Arshad Q et al. Intratympanic methylprednisolone versus gentamicin in patients with unilateral Meniere’s disease: a randomised, double-blind, comparative effectiveness trial. Lancet 2016; 388: 2753–2762

Kummersprechstunde am Donnerstag

Unsere Praxis erfreut sich einer immer steigenden Beliebtheit. Dafür danke ich meinen Patienten und natürlich auch meinen lieben Angestellten, die jeden Tag hunderte Anfragen bewältigen und stets versuchen für jedes Bedürfnis einen passenden Termin zu finden.

Mittlerweile können Termine erst in sechs bis acht Wochen vergeben werden. Zum einen liegt das an der Anzahl bedürftiger Patienten und zum Anderen möchte ich einfach genug Zeit für jeden einzelnen Patienten haben. Selbstverständlich bieten wir jeden Tag auch ein größeres Kontingent von Notfall – Terminen an. Aber selbst diese sind immer rasch ausgebucht.

Als weiteren Service haben wir ab Oktober 2017 eine Kummersprechstunde am Donnerstag- Nachmittag von 14-16 Uhr eingerichtet. Zu dieser Zeit kann man ohne Termin in der Praxis vorbeikommen. Wünschenswert wäre es natürlich, wenn nicht jeder mit einer banalen Erkältung diesen Service nützen würde, denn diese gehört nach wie vor ( wenn überhaupt) in hausärztliche Hände.

Wir hoffen damit, die Terminsituation etwas entschärfen zu können.

Für heute wünsche ich Ihnen alles Liebe und Gute und freue mich auf Ihren Besuch!

Ihr

Dr. Holger Dewes